Bädertherapie

Aus Beauty-kompass
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Was versteht man darunter?

Bädertherapie ist ein wesentlicher Bestandteil der Hydrotherapie (Wassertherapie). Diese gehört zu den "klassischen fünf Säulen" der natürlichen Gesundheitslehre, die Pfarrer Sebastian Kneipp im 19. Jahrhundert formuliert hat.

Folgende Anwendungen kommen zum Einsatz:

  • Fußbäder
  • Wassertreten
  • Teil- und Vollbäder
  • Wechselbäder

Die Bäder werden vorwiegend in kaltem Wasser genommen. Eine Wärmebehandlung war für Sebastian Kneipp nur sinnvoll, wenn sie der Verstärkung eines nachfolgenden Kaltreizes dient. Diese Prinzip findet sich in den Wechselbädern, aber auch in der finnischen Sauna, wo kalte Güsse, Duschen oder Bäder nach jedem Saunagang angeschlossen sind.


Wie wirkt die Therapie?

Die erste Reaktion, die man durch ein kaltes Bad erzielen kann, ist eine bessere Durchblutung. So gilt beispielsweise ein kaltes Armbad wegen seiner anregenden Wirkung als "die Tasse Kaffee des Kneippianers".

Das kalte Wasser entzieht dem Körper Wärme. Das führt zunächst zu einer Engstellung der Blutgefäße und dann zu einer reaktiven Weitstellung. Es entsteht die typische Rötung und das wohlig, warme Gefühl nach Beendigung des Bades. Darüber hinaus gelten Kaltwasserbäder auf lange Sicht als "abhärtend", dass heißt sie stärken das Immunsystem und machen den Körper unempfindlicher gegen Infektionen.

Das sind die Wirkungen im einzelnen:

  • verbesserte Durchblutung
  • Stärkung der Abwehrkräfte
  • Anregung des Stoffwechsels
  • Erfrischung bei Müdigkeit und körperlicher Schwäche
  • Schmerzlinderung


Rezepte zum Selbermachen

Kaltes Armbad

  • Füllen Sie Ihr Waschbecken oder eine große Schüssel mit kaltem Wasser (12° bis 18°C).

Tauchen Sie beide Arme hinein, bis Sie die Kälte deutlich fühlen. Das dürfte nach etwa 30 Sekunden der Fall sein.

  • Atmen Sie ruhig weiter.
  • Das Wasser am Ende nicht abtrocknen, sondern nur abstreifen.
  • Danach warm anzeihen und bewegen.
  • Ideale Zeitpunkte sind der späte Vormittag oder frühe Nachmittag.

Das kalte Armbad ist beispielsweisegeeignet bei Herz-Kreislauf-Beschwerden oder zur Schmerzlinderung bei Ellenbogenbeschwerden.


Wechselfußbad

  • Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder Hocker.
  • Stellen Sie je einen Eimer oder eine Fußbadewanne mit kaltem Wasser (12° bis 18°C) und warmem Wasser (etwa 37°C) vor sich.
  • Tauchen Sie beide Füße zuerst für 5 bis 10 Minuten in das warme Wasser. Die Beine sollten bis zur Wade unter Wasser sein.
  • Dann tauchen Sie die Füße für 10 bis 30 Sekunden in das kalte Wasser.
  • Wiederholen Sie das Wechselbad noch ein- oder zweimal.
  • Anschließend steifen Sie das Wasser ab, ziehen sich an und bewegen Sie sich leicht.

Das Wechselfußbad eignet sich zum Beispiel bei Schlafstörungen vor dem Einschlafen oder auch zu Anregung des Kreislaufs am Morgen. Nicht anwenden sollten Sie es bei Venenerkrankungen, z. B. starken Krampfadern.

Siehe auch

Quelle: AOK